#MarcInside | Bachblüten-Rescue-Spray

Jeden Dienstag pünktlich um 8.30 Uhr finden wir uns in unserem Mini Pausenraum – in dem wir hocken wie Bodenhaltungshennen in China – zu einer neuen Ausgabe der sogenannten Schlachtung, aka Sales Meeting, zusammen. Vier Nasen und der/die Lernende/r. Je nach Laune unserer Regentin Damenbart ein Akt purer Schikane. Meine Vorgesetzte jedoch denkt, sie sei eine ausgefuchst gute und charmante Chefin, die eine Medaille für ihre Führungskultur ans Revers gesteckt bekommen sollte.

Wie war das mit der Selbstüberschätzung?

Vielleicht leidet sie ja auch unter akuter Schizophrenie? Eigentlich wäre ein Sales Meeting ein gutes Instrument, um das Personal zu führen, Lob auszusprechen, sich auszutauschen und Vertrauen zu schaffen. Aber nicht bei ihr. Bei ihr ist es eine Bestrafung. Auf jeden Fall verkrampfe ich mich jeweils schon am Montagabend derart, dass ich kaum Schlaf finde. Das Problem ist, dass die Schabrake immer neue Wege findet, einen bloßzustellen und man nie weiß, wie sie aufgelegt ist. Darum habe ich heute, um mich zu schützen, zur Pflanzenkeule gegriffen. Kurzspitz habe ich eine Apotheke aufgesucht und mir einen Bachblüten-Rescue-Spray besorgt. „Zwei Stöße auf die Schleimhaut in den Backen oder unter der Zunge“, meinte die junge Apothekenverkäuferin voller Überzeugung.

Endlich Hilfe!

In der Firma angekommen, habe ich mir zwei Sprühstöße genehmigt. Auch nach fünf Minuten war das angespannte Gefühl im Bauch nicht verschwunden. Also hab ich mir nochmal zwei reingejagt. Ergebnis: Eine fünf Meter gegen den Wind wahrnehmbare Alkoholfahne und keine Besserung. Mal wieder Geld in den Rachen der Pharmamultis geschleudert. Und wisst ihr, was das Schlimmste ist? Regentin Trottel hat das Sales Meeting abgesagt.

Gnahr.

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