Wunder mit Baum

Ein schwules Weihnachtswunder

 

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Inhaltsangabe

Egal wie sehnlich der Wunsch nach einem Kind ist, ein schwules Paar wird nicht so leicht zum Adoptionsverfahren zugelassen – der ersten Jugendamt-Mitarbeiterin klebrig und beinahe nackt unter die Augen zu treten und die zweite zu vergiften, verleiht der Situation zusätzliche Brisanz. Dennoch wird Glen und Robin am Tag vor Weihnachten der langersehnte Beschluss zugestellt. Eigentlich ein Grund zum Feiern, wenn es da nicht ein klitzekleines Problem gäbe: Tiago soll die Festtage im Waisenhaus verbringen und erst im Januar zu seiner neuen Familie kommen. Ein Umstand, den die Adoptivväter nicht akzeptieren können.

Begleitet die junge Familie auf dem umständlichen Weg zu ihrem ganz persönlichen Weihnachtswunder, an dem sie mit viel Einsatz und Nächstenliebe auch andere Menschen teilhaben lassen.

Leseprobe

„Oh mein Gott, Glen, das muss es sein. Das ist es ganz bestimmt“, kreischt Robin aufgekratzt und kaum mehr fähig, seine Gefühle zu kontrollieren, als er das offiziell anmutende Schreiben aus dem Briefkasten fischt – er wedelt damit vor Glens Gesicht herum, als wäre es ein aus Palmblättern gefertigter Fächer, der an einem Hitzetag für ein wenig Abkühlung sorgt. Faktisch handelt es sich aber um den kältesten Tag des bisherigen Jahres und das Weihnachtsfest steht kurz bevor, sprich Palmfächer benötigt niemand mehr, dafür Heizöfen.

„Beruhige dich, kleiner Hibbel.“ Glens Stimme ist wie immer tief und entspannt, was Robin natürlich nicht beruhigt, sondern vielmehr zur Weißglut treibt – wie kann ein einzelner Mensch immer so verflucht gelassen sein? Er verdreht genervt die Augen, nimmt den Umschlag in beide Hände und drückt ihn an seine Brust.

„Der ist ganz bestimmt vom Vormundschaftsgericht, da bin ich mir absolut sicher. Ich meine, hier steht ja sogar Justizministerium und nur Behörden verwenden ein solch altbackenes Papier. Es wird aber auch Zeit, die haben uns lange genug warten lassen.“ Er wirft einen hoffnungsvollen Blick in den Himmel, an dem eine seltsame Stimmung aufzieht, als ob sich Mutter Natur für den Weihnachtstag etwas ganz Besonderes einfallen ließe. Nebelschwaden ziehen am Boden entlang und lassen die Straße vor dem Wohnblock unheimlich erscheinen.

„Vielleicht bist du mal wieder zu schnell gefahren?“, bietet sein praktisch veranlagter Freund Glen an, um ihm andere Gründe für ein solches Schreiben aufzuzeigen. Diese Umsichtigkeit beantwortet Robin mit einem mehr oder weniger liebevollen Klaps auf den Hinterkopf. „Aua.“

„Geschieht dir recht. Los jetzt, bring den Einkauf rein, ich will das hier lesen“, verlangt Robin, hält die Tür auf und deutet in Richtung des Aufzugs. Es ist bitterkalt und Robin fröstelt, nur in seine Winterjacke gehüllt, vielleicht hätte er doch die Winterschuhe und warme Socken anziehen sollen.